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Zu Weihnachten habe ich von meiner besten Freundin eine Zeitschrift geschenkt bekommen, die Flow. Neben netten Beiträgen und kleinen Freuden rund ums Thema Papier und Alltag, gab es in dieser Zeitschrift einen Artikel über Grübeleien. Als ich diesen Artikel las musste ich immer mehr an mich denken, denn wenn mich etwas nicht loslässt, schwirrt es mir tage-, wochen- ja manchmal sogar monatelang durch den Kopf. Wenn es ruhig ist und ich alleine bin, fängt dann die Grübelei an und kann dann sogar darin enden, dass ich unglaublich wütend oder traurig werde. Aus diesem Grund habe ich mich über das kleine Giveaway zu diesem Beitrag sehr gefreut. Drei Seiten konnte man sich dort heraustrennen und an den perforierten Stellen in kleine Kärtchen reißen. Diese Karten sind klein genug, um sie in die Handtasche zu stecken und sie nehmen einem die Grübelei aus dem Kopf. Dort stehen nette Sprüche gegen die Grübelei drauf und lassen dich auf andere Gedanken kommen, denn sie machen sie irgendwie ganz klein.

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Eine kleine Geschichte, in der ich diese Kärtchen gut hätte gebrauchen können fand letzten Oktober statt. Mittlerweile kann ich drüber lachen, aber damals fand ich es ganz und gar nicht lustig: meine erste Wurzelbehandlung. Dazu muss ich sagen, dass ich panische Angst vorm Zahnarzt habe und ich in Kassel schon mal überhaupt nicht dorthin gehe, sondern nur zu Hause, weil meine Zahnärztin mich und meine Malesse sehr gut kennt. Und dieser Gang geht auch nicht ohne die Begleitung meiner Mama. Die Nacht davor habe ich schon schlecht geschlafen und mir die schlimmsten Dinge ausgemalt, da ich noch nicht wusste, was mir blüht und ich so furchtbare Zahnschmerzen hatte. Die Fahrt in die Praxis am nächsten Tag war noch ganz ok. Aber grundsätzlich, sobald ich einen Schritt in diese Praxis setze, brennen bei mir die Sicherungen durch. Naja, meine Zahnärztin hat sich dann auf Nachfrage von mir, was sie denn da so jetzt tun wollte geweigert, es mir zu sagen, denn: Frau Molly. Sie sind ein Kopfmensch. Wenn ich Ihnen das jetzt erzähle, drehen Sie noch durch. Gut. War ja so auch schon schlimm genug. Drei nasse Taschentücher, ein paar Tränen und Traubenzuckerstücke später hatte ich es dann geschafft. Mein Tag war gelaufen. Aber ich hatte es hinter mir. Ihr dürft jetzt gerne über mich lachen, ich tue es ja selbst. So hat jeder seine Ängste…
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Nun, Zahnarzt hin oder her, grübeln tue ich nicht nur vor und während eines Zahnarzttermins, sondern dann, wenn ich zu wenig zu tun oder zu viel Luft in meinem Kopf habe. Dagegen sind diese Kärtchen ein Segen: Wozu sich den Kopf zerbrechen, wenn es mir ohne groß nachzudenken besser geht? Ertappe ich mich dabei, nehme ich mir die Karten zur Hand und lese mir ein paar von ihnen durch. Danach fühlt sich der Kopf und mein Bauch letztendlich auch besser und es kann weitergehen. Dann erscheinen die Gedanken auch ziemlich kein, denn ändern kann man an der Situation in dem Moment durchs Grübeln auch nichts.
Schön ist natürlich, dass meine schon fix und fertig und sie dazu noch sehr hübsch hergemacht sind. Allerdings lassen sie sich auch selbst basteln. Einfach ein paar Karteikarten mit einigen netten Sprüchen oder schönen Erinnerungen beschriften oder vielleicht auch Fotos davon daraufkleben. So kommt man auf andere Gedanken, lässt diese lästige Grübelei bleiben und der Seele geht es besser. Denn eins ist sicher: außer zerknabberten Lippen bringt dieses ganze Nachdenken nichts. DSCI0026

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