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Betrachtet man die Gärten verschiedener Familien – sowohl zu Hause als auch in Kassel – gibt es immer eine Menge zu sehen und analysieren. Pflegeintensiv oder pflegeextensiv, geringe Staudenpflanzungen und dafür mehr Gehölze (sieht man des Öfteren in Kassel- Wilhemshöhe an gründerzeitlichen Bauten) oder großartige Staudenbeete mit wenigen Gehölzarten. Nutzgarten oder reiner Ziergarten, vielleicht auch ein Bauerngarten? Bodendecker, Schlingpflanzen, Leitstauden… Dann gibt es Gärten mit Pflanzungen, die die Handschrift verschiedener Garten- und Landschaftsarchitekten tragen und welche, die ohne Konzept einfach nur so angelegt wurden. Und dann gibt es Gärten mit Gartenzwergen. Und Statuen. Ich persönlich bin kein Fan von Gartenzwergen und nackten Frauen- und Männerkörpern im Garten. Statuen passen in Gärten der Renaissance und die ist bekanntlich schon etwas her. Nun ja, das alles ist eine Sache des Geschmacks und ich verurteile niemanden, der es schön findet. Schönheit ist ja glücklicherweise Definitionssache. Vielleicht kann mich ja einer von euch mit einem guten Beispiel vom Gegenteil überzeugen? Dazu wäre ich auf jeden Fall bereit.

Zugegeben habe ich auch einen leichten Knacks. Durch das Aufwachsen am, im und mit dem Wald und der Natur (nicht zuletzt als Försterstochter) findet man bei uns im Garten sehr viel natürliche Dekoration. Darunter vor allem Wurzeln, die mein Papa im Wald gefunden hat und meiner Mama mitgebracht hat, mit der Bitte, sie schön im Garten zu drapieren. Als ich klein war haben wir diese oft zum spielen benutzt, manchmal als Raumschiff oder als Auto. Das war eine lustige Zeit. Mittlerweile gibt ein paar mehr Wurzeln bei uns und anstatt mit ihnen zu spielen habe ich sie anders ins Herz geschlossen. Im Sommer wachsen Stauden um sie herum und im Winter und zur nassen Jahreszeit Moose und Flechten auf ihnen und bilden kleine Landschaften (Titelbild).

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Mein Raumschiff und Auto vergangener Tage 🙂

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Diese beiden Vertreter wirken im Sommer fast unscheinbar neben Lavendel, Salbei und tränenden Herz. Hier dienen sie dann als Lückenfüller.

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Weiterhin gibt es da noch unzählige Steine. Damit ist der Garten von der Straße und dem Hof abgegrenzt und zieht sich am Hauseingang zu einem Steingarten hoch. Im Sommer wärmen sie sich an heißen Tagen so stark auf, dass sie die Wärme die ganze Nacht über behalten und man sich gemütlich draufsetzen kann.

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Am liebsten mag ich allerdings die Sandsteine, die in den Beeten verteilt sind. Wenn sie nass sind färben sie sich schön rot und sie knirschen so herrlich, wenn man sie aufeinanderlegt. Geschickt drapiert dienen sie auch als optischer Raumtrenner im Beet.

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Der Vogel ist sprichwörtlich aus dem Haus geflogen- jetzt wird er der Natur überlassen. Die Zinkgießkanne ist mit Efeu bepflanzt. Eine große Zinkwanne wartet noch auf ihre Bepflanzung diesen Frühling.

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Diese Wurzel ist das Territorium unseres Katers im Sommer. Er hat sich in den Mulch eine kleine überdachte Kuhle gearbeitet, in der er sonnige und warme Tage verbringt und die ganze Straße im Blick hat. Momentan macht er sich aber lieber warme Tage vor dem Ofen im Wohnzimmer.

Schön finde ich auch Gartendekoration aus Beton, wie bei einer Freundin meiner Mama im Garten, den sie selber macht. Vor allem erwähnenswert sind die Vogeltränken, die sie aus Rharbarberblättern gießt. So langsam kann ich den Frühling kaum mehr erwarten, es kitzelt mir schon längst wieder in den Fingern.

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