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Heute morgen bin ich aufgestanden und draußen war es herrlich frostig. Reineke Fuchs schlich über die Wiesen hinter unserem Haus und stöberte in ein paar Mauselöchern. Nach dem Frühstück habe ich mir die Kamera geschnappt und bin dick eingepackt durch den Garten geschlendert. Eigentlich ist es im Winter ein ziemliches Trauerspiel, sich das, was man den ganzen Sommer über hegt und pflegt, anzuschauen. Schlaff und braun verfärbt hängt das Blattwerk der meisten Stauden herunter. Als würde es die Köpfe hängen lassen, weil ihr Anblick im Winter so traurig ist.
Kaum vorstellbar, dass das Ganze bei ein bisschen Wärme jedes Jahr zum Leben erwacht.

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schlappes Lungenkraut

Sieht man näher hin (diesen Winter haben wir auf gut Glück nichts vor Kälte oder Rehen geschützt), sieht man die ersten Anzeichen frischen Lebens. Die Fetthenne, die im Rosettenstadium überwintert, zeigt etwas Grün und auch die kleinwüchsigen Sedumarten lassen sich vom Frost nicht unterkriegen. Die Knospen der Rhododendren sind vollständig entwickelt und warten auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühling. Auch die Korkenzieherhasel steht bereits kurz vor der Blüte.

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Fetthenne im Rosettenstadium

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kleinwüchsiges Sedum

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Blüte der Korkenzieherhasel

Besonders wichtig finde ich Aspekte im Garten, die sich auch im trostlosen Winter gut präsentieren. Unser Garten ist geprägt durch einige immergrüne Gehölze. Dazu gehören jede Menge Eiben (bei uns vor allem durch die Hecke und zwei in Form geschnittene Exemplare vertreten), Zierwacholder, Blautannen, Kiefern, Rhododendren und Kleinsträucher wie Lavendel oder Winterheide. Letztere vergnügt mich gerade mit wunderschönen Blüten- mitten im Januar im sonst so tot scheinenden Garten. Durch die warmen Tage im Winter haben sich auch die Taglilien schon am Sprießen versucht, es aber schnell wieder sein lassen, nachdem sie die Kälte über der Erde bemerkt haben.

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Eibenhecke mit Raureif

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Winterheide

Während ich mir Beet für Beet angeschaut habe, kitzelte es mir schon wieder in den Fingern. Christrosen wären ab nächsten Winter schön anzusehen, einen geeigneten Ort werde ich schon finden (Platz hat man ja immer irgendwo). Auch für ein Beet, welches mir langes Kopfzerbrechen bereitet hat, habe ich nun eine Lösung gefunden. Dieses Beet liegt in der dunkelsten und ungemütlichsten Ecke unseres Gartens und ist leider direkt vom Esstisch im Wohnzimmer zu bestaunen. Momentan macht mir es mir einfach keinen Spaß. Um die dort bereits im letzten Jahr gesetzte Hosta wird es in der kommenden Saison mit Salomonsiegel und Elfenblume bepflanzt. Das wird ganz hübsch denke ich. Und vor allem wird es dann auch Spaß machen, es direkt vom Esstisch aus bestaunen zu können.

Jetzt bleibt mir aber leider nichts anderes übrig, als zu warten. Wie lange der Winter dieses Jahr hält ist noch ziemlich ungewiss, aber die Tage sind schon deutlich länger. Ich bin gespannt, wann sich die ersten Schneeglöckchen bei uns zeigen. Dabei kann es sein, dass sie in Kassel bereits wieder einziehen, wenn sie hier ihre ersten zaghaften Versuche starten. Hier dauert nämlich alles etwas länger.

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rotblättriger Efeu

Vorstellen möchte ich euch unseren Garten in dem Zustand nicht mit Weitwinkelaufnahmen, dafür gefällt er mir zu der Jahreszeit und ohne Schnee einfach nicht sehr gut. Wenn er im Frühling anfängt, auszuschlagen und etwas frisches Grün dabei ist, zeige ich ihn euch komplett. Der erste Eindruck ist ja bekanntlich auch der wichtigste!

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